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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Montag, 3. Oktober 2016 11:36 Alter: 1 Jahr/e

Ruhiger Verlauf des größten Rotkreuz-Einsatzes des Jahres: Wiesn-Schlussbilanz des Münchner Roten Kreuzes

Hinweise: Vorläufige Zahlen 2016; in Klammern Zahlen der Wiesn- Schlussbilanz 2015. Aufgrund des Zentrallandwirtschaftfestes handelt es sich um eine kleine Wiesn. Die Wiesn 2016 dauert 17 Tage.

Die Tendenz zur Halbzeit der Wies’n hat sich in der zweiten Veranstaltungswoche fortgesetzt: Die ehrenamtlichen Helfer und Ärzte hatten in diesem Jahr etwas weniger zu tun.

 

Auch wenn es beim größten Rotkreuzeinsatz des Jahres mehr Patientenkontakte (6.992) gab als letztes Jahr (6.478), ist dennoch ein Rückgang bei den der ärztlichen Versorgungen (-3%) und bei den Einsätzen im Gelände (-5%) zu verzeichnen. "Trotz manch langer und teilweise kräftezehrender Schicht, freuen sich die eingesetzten Helfer bereits auf das nächste Jahr, um den Wiesnbesuchern aus Nah und Fern bei größeren und kleineren Verletzungen kompetent zur Seite zu stehen", sagt Jürgen Terstappen, Kreisbereitschaftsleiter des Münchner Roten Kreuzes.

 

Die Zahlen im Einzelnen:

Mehr sanitätsdienstliche Hilfeleistungen

In 3.897 Fällen wurden durch die Sanitäter kleinere Blessuren, wie z.B. kleine Verletzungen, Blasen an den Füßen oder Insektenstiche versorgt (Vorjahr: 3.312).

 

Weniger ärztliche Versorgungen

3.095 (Vorjahr: 3.166) Patienten wurden durch die Ärzte des Münchner Roten Kreuzes im Servicezentrum ambulant versorgt. Das Einsatzspektrum reichte von internistischen, chirurgischen, neurologischen Notfällen, bis hin zu Verletzungen und Erkrankungen im Bereich Hals, Nase, Ohren, Auge und Alkoholvergiftungen. Es wurden dieses Jahr weniger schwere Verletzungen festgestellt, jedoch mussten die eingesetzten Sanitäter und Notärzte bei vier Patienten Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen (Vorjahr: drei Patienten). Die Patienten wurden anschließend vom Rettungsdienst in Münchner Kliniken transportiert.

 

Wundversorgungen und Abtransporte ins Krankenhaus

In der Sanitätsstation wurden 584 (Vorjahr: 584) chirurgische Wundversorgungen von den Rotkreuzärzten durchgeführt. Hierbei handelte es sich meist um Schnittverletzungen an Händen und Füßen, verursacht durch Glassplitter. Dieses Verletzungsmuster ist besonders bei schönem Wetter zu beobachten. Die Einsatzkräfte mussten zu 1.986 (Vorjahr 2.075) Einsätzen auf dem Festgelände mit ihren gelben Fahrtragen ausrücken. 731 (Vorjahr 785) Patienten mussten in dieumliegenden Krankenhäuser transportiert werden, da ihre Erkrankungen oder Verletzungen so schwerwiegend waren.

 

Einsatzkräfte und Ärzte

2.096 ehrenamtliche Rotkreuz-Sanitäter und 168 Ärzte aus nahezu allen Fachrichtungen waren bei der diesjährigen Wies‘n eingesetzt. Unterstützt wurden sie von Rotkreuzhelfern aus anderen DRK-Gliederungen. An den Wochenenden leisteten die Kollegen vom Landesrettungsverein Weißes Kreuz aus Südtirol wertvolle Dienste beim Dolmetschen mit italienischsprachigen Patienten. Diese Kooperation besteht schon seit rund 20 Jahren.

 

Übermäßiger Alkoholkonsum

593 (Vorjahr: 609) Patienten wurden wegen übermäßigen Alkoholkonsums im Überwachungsbereich der BRK-Sanitätsstation ärztlich versorgt. Auch diese Zahl stellt einen Rückgang um 3% dar. Die Zahl der Jugendlichen unter 16 Jahren lag in diesem Zusammenhang mit 11 (Vorjahr: 14) unter dem Niveau des Vergleichsjahres.

 

Kinderfundstelle – eine Oase der Ruhe abseits des Wiesntrubels

Die Kinderfundstelle wird tagsüber von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Frauensozialdienstes des Roten Kreuzes betrieben. Die Kolleginnen kümmerten sich um 9 (Vorjahr 7) verloren gegangene Kinder unter 14 Jahren. Meist wurden die Kinder bereits nach kurzer Betreuungszeit von den Eltern abgeholt. 158 (Vorjahr 178) Eltern nutzen die Möglichkeit, abseits des Wiesntrubels Ihre Kinder zu wickeln oder zu stillen. Abends wird die Anlaufstelle dann von Mitarbeitern des Stadtjugendamtes weiterbetrieben.

 

Zentrales Landwirtschaftsfest

Auf dem ZLF waren rund 60 Patienten zu versorgen, davon wurden 5 in umliegende Krankenhäuser gebracht. Hier setzte das Münchner Rote Kreuz das erste Mal sogenannte SanCarts ein. Ein SanCart ist ein umgebautes Golfcart, auf dem eine Trage montiert ist. Die Carts ermöglichen bei Festveranstaltungen einen komfortableren Patiententransport über längere Wegstrecken.

 

Interessante Zahlen

In den 17 Tagen wurden rund 700 Blasenpflaster, 1500 Verbandpäckchen, 250m Pflaster verbraucht. Weiter fanden 1300 Infusionen, 800 Kühlpacks und gut 26.250 Paar Einmalhandschuhe Verwendung. Die Tragenteams haben zusammen gut 1800 Kilometer über die Festwiese zurückgelegt.

 

Fazit:

Im kommenden Jahr ist das Münchner Rote Kreuz bereits seit 130 Jahren für die sanitätsdienstliche Versorgung für die Wiesnbesucher verantwortlich. In diesem Zeitraum hat sich vieles weiterentwickelt, das wird auch in Zukunft so sein. Wie jedes Jahr werden die Verantwortlichen der Sanitätsstation die Erfahrungen aus dem diesjährigen Einsatz evaluieren. Zusammen mit den Einsatzkräften und Ärzten werden weitere Verbesserungen der medizinischen und sanitätsdienstlichen Versorgung erarbeitet.

 

Das Münchner Rote Kreuz bedankt sich für die hervorragende Zusammenarbeit mit den Behörden und Organisationen im Servicezentrum, vor allem beim Referat für Arbeit und Wirtschaft, dem Kreisverwaltungsreferat, der Polizei und der Feuerwehr.